Thema der Hauptkonferenz:
"Erwartungswidriger Bildungserfolg über die Lebensspanne"

 

Der Erfolg moderner Wissensgesellschaften hängt davon ab, inwieweit es ihnen gelingt, lebenslanges Lernen für alle ihre Mitglieder zu gewährleisten. Die Aufgabe der Empirischen Bildungsforschung ist es, günstige Bedingungen für erfolgreiches Lernen, aber auch die zahlreichen Hindernisse zu identifizieren, denen sich verschiedene Gruppen von Lernenden ausgesetzt sehen. Zentrale Herausforderungen für die empirische Bildungsforschung und die Bildungspolitik sind Benachteiligungen, die sich aus einem geringen sozioökonomischen Status, aus mangelnden (migrationsbedingten) Sprachkenntnissen, gruppenbasierten sozialen Stereotypen oder aus der Tatsache ergeben, dass institutionalisierte Bildungsangebote nicht hinreichend auf die besonderen Bedürfnisse von Lernenden mit mentalen oder körperlichen Beeinträchtigungen oder mit besonders hohem Leistungspotential zugeschnitten werden. Auch wird lebenslanges Lernen oft durch einen Mangel an hochwertigen Lerngelegenheiten oder dadurch verhindert, dass Lernende im höheren Erwachsenenalter mentale und gesundheitsbezogene Abbauprozesse bewältigen müssen.
 
In dieser Situation möchte die Konferenz empirisch arbeitende Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammenführen, die engagiert zur Bildungsforschung in Forschung und Lehre beitragen und die zugleich verschiedenen Referenzdisziplinen angehören, wie der Erziehungswissenschaft, der Psychologie, den zahlreichen Fachdidaktiken, der Ökonomie und der Soziologie angehören. In einer interdisziplinären Perspektiven werden sie den Fragen nachgehen, wann erfolgreiches lebenslanges Lernen gelingt, selbst unter schwierigen Randbedingungen: welche individuellen Resilienzfaktoren oder Merkmale von Bildungsangeboten für Lernende lassen sich für verschieden Lebensphasen identifizieren?
 
Die Tagungsbeiträge widmen sich den folgenden Fragestellungen:

 

  • Gibt es individuelle Resilienzfaktoren für erfolgreiches Lernen unter schwierigen Randbedingungen?
  • Wie interagieren individuelle und institutionelle Faktoren, wenn Lernende trotz widriger Umstände erfolgreich sind?
  • Lassen sich prototypische Entwicklungspfade erfolgreichen Lernens über die Lebensspanne identifizieren und wie können Entwicklungsrisiken durch Bildungs- und Förderangebote in den verschiedenen Lebensphasen minimiert werden?
  • Welche Konsequenzen ergeben sich für den einzelnen Lernenden oder auf gesamtgesellschaftlicher Ebene, wenn akademisches Lernen ungünstig verläuft?
  • Wie sollten institutionale Bildungsangebote strukturiert und organisiert werden, um erfolgreiches Lernen über die Lebensspanne, auch unter widrigen Umständen, zu fördern?

 
Weiter wurden sechs Wissenschaftler/innen, die international sichtbare Forschung zum Thema der Konferenz machen, eingeladen, von allen liegen uns Zusagen vor.


Prof. Dr. Daphna Oyserman (University of Southern California, Los Angeles, CA, USA), Eröffnungsvorlesungam 9.3. 2016, 12 Uhr.


Prof. Dr. Bernhard Nauck (TU Chemnitz), 1. Abendvorlesung am 9.3.16 um 18.30 Uhr


Prof. Dr. Wolfgang Schneider (Universität Würzburg), 2. Abendvorlesung am 9.3.16 um 18.30 Uhr


Prof. Dr. Ellen Bialystok (York University, Toronto, Canada), 10.3. Mittagsvorlesung am 10.3.16, 14 Uhr


Prof. Dr. Ulman Lindenberger (MPI Berlin), Abendvorlesung am 10.3.16 um 19.15 Uhr


Prof. Dr. Jane Waldfogel (Columbia University, New York, NY, USA), Mittagsvorlesung am 11.3.16 um 14 Uhr.
 

Vorkonferenz: 07. - 08. März 2016
 
Eine Vorkonferenz soll ca. 40 Doktorierenden und Nachwuchswissenschaftler/innen, die sich in jüngerer Zeit promoviert haben, aus den Feldern Psychologie, Erziehungswissenschaft, den Fachdidaktiken, Ökonomie und Soziologie, die Möglichkeit bieten, ihre Arbeit mit herausragenden Vertretern und Vertreterinnen der jeweiligen Wissenschaftsdomänen zu diskutieren. Es werden zwei Lectures angeboten: eines zum Thema der Hauptkonferenz (“Erwartungswidriger Bildungserfolg über die Lebensspanne”) und eine zu einem innovativen Methodenansatz.
 
Von Seiten der Konferenzausrichter wurde den folgenden Kolleginnen und Kollegen die Verantwortung für die Ausrichtung jeweils eines zweieinhalb stündigen Symposiums übertragen, in dem das Konferenzthema für jeweils eine Bildungs- oder Lebensphase im Mittelpunkt stehen wird:
 

Frühkindliche Bildung: Prof. Dr. Yvonne Anders (FU Berlin) & Prof Dr. Katharina Spieß (DIW Berlin)


Schule: Prof. Dr. Kai Maaz (Dipf Berlin) & Prof. Dr. Mirjam Steffensky (IPN Kiel)


Hochschule: PD Dr. Edith Braun (ICER Kassel) & Prof. Dr. Rainer Watermann (FU Berlin)


Berufliche Bildung: Prof. Dr. Esther Winter (Universität Duisburg-Essen) & Prof. Dr. Heike Solga (Wissenschaftszentrum Berlin für Sozialforschung)


Methodische Herausforderungen der Untersuchung Lebenslangen Lernens: Prof. Dr. Christiane Spiel (Universität Wien)